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CHATBOTS – WAS SOLL DAS BEDEUTEN? (2) Technologie 

CHATBOTS – WAS SOLL DAS BEDEUTEN? (2)

[TEIL2]

CHATBOTS – DER HYPE BRICHT NICHT WIRKLICH AB UND DER SCHORNSTEIN QUALMT

Nach 2016 hätte ich eigentlich gedacht, dass der Hype zum Thema Chatbots abflacht und sich in einer ersten Ernüchterungswelle ins Negative umkehren könnte. Doch weit gefehlt. Weiterhin wird extrem viel über Automatisierungspotential und neue Geschäftsideen im Zusammenhang mit Chatbots und Conversational UI geschrieben. Inzwischen aus meiner Wahrnehmung heraus sogar mit viel mehr nüchterner Akzeptanz dem Thema als Business-Thema gegenüber. 2016 wurden Beiträge noch extremer im Bereich der Innovationsalchemie und spinnerten Technologie mit Verblüffungspotential platziert, wohingegen inzwischen schon für die meisten klar zu sein scheint, dass weite Teile der Joblandschaft, vor allem natürlich in Bereichen wie Customer Service und Co, vom fleißigen Automaten übernommen werden.

Alles in allem ist aber das Thema Chatbots ein Unterthema des groben Themenblocks AI – und auch hier würde ich sagen, dass aktuell noch mehr kommerzielle Substanz attestiert wird als zuvor, das Thema dabei ähnlich dem letzten Jahr stark gehyped blieb. Die kommerzielle Substanz und echte Aktivität in dem Bereich der künstlichen Intelligenz (so breit und diffus dies auch immer noch vielerorts einfach als Schlagwort behandelt wird – im Sinne von ‚eine Headline mit AI ist eine gute Headline, was auch immer AI genau ist‚) sollte man aber tatsächlich mal erwähnen. Seit dem letzten Artikel zum Thema Chatbots ist einfach viel in der Welt passiert. Nicht nur politisch. Es sind auch einige Gründungen passiert, Gelder investiert und Partnerschaften geschlossen worden. Besonders im Bereich IaaS (Infrastructure-as-a-Service) und im Bereich Plattform sind neben SaaS-Ideen extrem viele Dinge vorangetrieben worden. Am aufmerksamkeitswirksamsten sicherlich von großen Playern wie IBM mit etwa Watson, Facebook (heute erst habe ich von ParlAI gelesen), NVidia mit neuen Vorstößen im Bereich von Produkten und Lösungen, dann natürlich von Amazon mit Alexa und Neuerungen wie Echo Show uvm.. Neben den Giganten des Showgeschäfts arbeiten aber auch immer mehr Startups an Chatbots und AI-gestützten Technologien und werden gefunded, wie etwa Mya Systems. Die Anwendungsbandbreite umfasst dabei inzwischen viele Bereiche, von FinTech, über HR, bis hin zu den Klassikern im Customer Service. Es gibt sogar bereits die ersten Anzeichen einer Automatisierungs-Apokalypse, über die geschrieben wird.

Ich würde sagen, Themen wie AI und Chatbots sind definitiv salonfähig geworden in dem Sinne, dass man nicht mehr ernsthaft spekulieren muss, ob Potential in dieser ’smarten‘ Gattung von Technologien steckt. Relevantere Fragen sind doch vielmehr und richtigerweise z.B. ethische, oder auch Fragen nach der zu erwartenden gesellschaftlichen Dimension dieser Neuerungen; etwa – welche Konsequenzen ergeben sich für die Bildungsprioritäten unserer Kinder im Hier und Heute? Schlagworte wie Digitalisierung, Vernetzung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz sind aus meiner Sicht Unterdisziplinen des technokratisch und kommerziell getriebenen Wandels, der uns in gänzlicher Auswirkung noch krass bevorsteht. Es wäre dumm, einem solchen Wandel nun mit Angst zu begegnen, sondern vielmehr sollten kluge Überlegungen angestellt werden, wie Technologie und technokratischer Übereifer im Endeffekt zu sozialem und gesamtgesellschaftlichen Vorteil umgelenkt oder verwendet werden können. Wie kann wirklicher Fortschritt resultieren?

Chatbots sind hier ein gutes Beispiel für unsere Wahlfreiheit – Option 1) Man kann mit einem soliden Helpdesk-Bot natürlich menschliche Arbeitskräfte ersetzen und Kosten sparen, hoffen, dass der Schornstein effektiver qualmt – für Shareholder und alle, die’s interessiert – Option 2) Man kann Bots gezielt als Automatisierungspotential einsetzen, um die bestehende menschliche Arbeitskraft auf ein qualitativ sinnvolleres Niveau zu heben – um etwa nach einiger Zeit auf Chaplin’s Modern Times zu reagieren. Dies setzt eine Befähigung aller voraus, qualitativ höherwertig arbeiten zu können und dürfen.

Option 2 ist erstmal teurer, mittel- und langfristig aber a) sinnvoller und b) gewinnbringender. Diese Bewertung nachzuvollziehen bedarf natürlich einer etwas breiteren bzw. längeren Sichtweise – eine quartalsweise Engstirnigkeit führt natürlich nur zu Antwort 1.

Aber gerne kann dies auch pathetisch ausgedrückt werden – wenn Automatisierung insbesondere dazu eingesetzt werden wird, immer weniger Menschen den immer größeren Teil des Kuchens ernten zu lassen, dann endet dies (und historisch als Regelfall) schmutzig und übel. Dies wäre demnach dumm und für keinen zu empfehlen. Da nun aber, in Zeiten von Trump und anderen rückwärtsgewandten Tendenzen wie Nationalismen und anderen Ismen, wieder verengte Sichtweisen das Handeln so mancher beflügeln, habe ich so meine Skepsis, ob der technologische Aufwärtstrend hier zur richtigen Zeit ins Spiel kommt.

Dennoch – Angst sollte man nicht haben vor der neuen AI-Welt, autonomen Fahrzeugen, diesem Internet der Dinge, den smart Cities und Robotern und Blockchain und was es noch alles geben mag. Wichtig ist, dass Menschen weiterhin kritisch und konstruktiv denken. Dass sie empathisch bleiben, vorausschauend handeln und den Mist, den sie hier und dort anrichten, auch mal wieder gerade rücken, um (von mir aus eigennützig) nicht im Fegefeuer zu landen oder z.B. um auch das Habitat Erde ganz altruistisch für andere Seelen und für eine Zukunft im Mindestmaß lebenswert zu erhalten (auch trotz SpaceX und Co).

Der Hawking gibt uns nur noch 100 Jahre hier – ich finde dies absolut inakzeptabel!

So .

Dafür verspreche ich aber – in TEIL 3 werde ich wieder mehr über Chatbots im Konkreten reden 😉

Zur Nachlese gelangt man hier zu Teil 1

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